Zum heutigen Weltflüchtlingstag erklärt Monika Düker

· Flüchtlingspolitik · Presse

Zum heutigen Weltflüchtlingstag erklärt Monika Düker

20. Juni 2011

 

60 Jahr nach Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention besteht kein Grund zur Freude angesichts von über 40 Mio. Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. In den Krisengebieten in Nordafrika, insbesondere in Libyen, sind tausende Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Staaten zwischen die Fronten geraten. Es kann nicht sein, dass sich Europa darauf beschränkt seine Außengrenzen zu sichern.

Vielmehr sollte Deutschland voran gehen, indem wir Ländern wir Tunesien und Ägypten tatkräftig unter die Arme greifen und im Rahmen einer Resettlement-Initiative den dort gestrandeten Flüchtlingen auch in Europa Schutz anbieten. Das Rücknahmeabkommen für Flüchtlinge aus Syrien muss angesichts der dramatischen Lage in diesem Land sofort zurückgenommen werden. Es kann nicht sein, dass Deutschland dieses Abkommen mit dem Assad-Regime weiter aufrechterhält. 

Auch im deutschen Aufenthaltsrecht muss angesichts tausender langjährig geduldeter Flüchtlinge ohne festen Aufenthaltsstatus bei uns nachgebessert werden. Unter anderem für die über 3000 Roma aus dem Kosovo, die nach dem Bürgerkrieg im Ex-Jugoslawien bei uns Zuflucht gesucht haben. Die Republik Kosovo ist nach wie vor nicht in der Lage diesen Menschen eine dauerhafte Integrationsperspektive in dem wirtschaftlich unterentwickelten Land zu bieten. Anstatt immer neue Rückkehrprogramme aufzulegen, die nur für einen kurzen Zeitraum Hilfen im Herkunftsland anbieten können, sollten wir endlich eine wirksame Bleiberechtsregelung schaffen, um den statuslosen Flüchtlingen bei uns eine Integrationsperspektive anzubieten. Die Kinder, die hier geboren bzw. aufgewachsen und verwurzelt sind, betrachten Deutschland als ihre Heimat. Wir sollten ihnen auch in unserem eigenen Interesse eine faire Chance für ihre Zukunft geben, die sie in ihren Herkunftsländern nicht haben.