Hohe Krankenstände in der Polizei – Nur eine gesunde Polizei garantiert die Innere Sicherheit

· Presse

Hohe Krankenstände in der Polizei – Nur eine gesunde Polizei garantiert die Innere Sicherheit

14. Januar 2010

Hohe Krankenstände in der Polizei
Nur eine gesunde Polizei garantiert die Innere Sicherheit

Heute fand das Expertengespräch mit dem Titel „Alarmierend hohe Krankenstände bei der Polizei – Innenminister Wolf muss handeln“ statt. Darin wurde deutlich, dass die Situation nach Einschätzung der Sachverständigen weitaus dramatischer ist als angenommen. Das Innenministerium hatte ausgerechnet, dass im Jahr 2008 7.583 Beschäftigte in der Polizei ununterbrochen oder wiederholt mindestens sechs Wochen arbeitsunfähig gewesen waren; das sind fast 20 Prozent aller Polizeibeschäftigten im Lande. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kommt zu dem Ergebnis, dass in NRW im Jahr 2008 im Schnitt täglich 2.700 Kolleginnen und Kollegen krankheitsbedingt gefehlt haben, was zu Kosten in Höhe von 500.000 Euro pro Tag führte. Die Überalterung der Polizei wird diese Situation weiter verschärfen. Dazu erklärt  Monika Düker: „Die überdurchschnittlich hohen Krankenstände in der Polizei weisen auf Fehlentwicklungen in vielen Behörden hin, denen der Innenminister nicht weiter tatenlos zusehen darf. Es kann nicht sein, dass die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärft wird und bereits präventive Sicherheitsmaßnahmen wie etwa normale Streifenfahrten ausfallen müssen.Zur Verbesserung der Situation haben die Sachverständigen gute Vorschläge gemacht. Vor allem brauchen wir verbindliche Standards für ein ‚Behördliches Gesundheitsmanagement‘, mit dem Dienstunfähigkeit überwunden und neuer Erkrankung vorgebeugt wird. Andere Länder, die dies praktizieren (z.B. Bremen, Sachsen-Anhalt, Berlin) haben damit nachweisbar positive Erfahrungen gemacht. Die Einrichtung der Stelle eines unabhängigen, außerhalb des ‚Systems‘ Polizei angesiedelten Polizeibeauftragten kann ebenfalls dazu beitragen, den Kolleginnen und Kollegen konkrete Hilfestellung für ihre Probleme zu geben – auch außerhalb des Dienstwegs.Polizeibeamte und Polizeibeamtinnen sind besonders hohen physischen und psychischen Belastungen in ihrem Dienst ausgesetzt. Insbesondere unerkannte und unterdrückte psychische Erkrankungen und ihre Folgen stellen einen nicht unerheblichen Anteil an der Krankenquote und enden oft in Suchterkrankungen. Defizite bei der ‚inneren Führung‘ fangen die Probleme nicht auf, sondern verschärfen sie.Innenminister Wolf sollte die heute von allen Sachverständigen dargestellte dramatische Entwicklung in der Polizei endlich ernst nehmen, die Vorschläge aufgreifen und damit einen wichtigen Beitrag für die Innere Sicherheit im Lande leisten.“