Monika Düker unterwegs…

· Presse

Monika Düker unterwegs…

13. Mai 2008

…im Schwarzbachtal bei Ratingen

Vom 19. Mai bis zum 30. wird in Bonn ein Weltnaturschutzgipfel stattfinden, die sogenannte 9. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention mit über 5000 Teilnehmern aus aller Welt. Die Biodiversitätskonvention, oder offiziell: das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (englisch: Convention on Biological Diversity, CBD) wurde 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossen. Seitdem kommen die Vertragsstaaten in einem zweijährigen Turnus zusammen. Es ist ein völkerrechtliches Abkommen und ist mittlerweile von 189 Vertragsparteien und der EU unterzeichnet worden. Die Konferenz der Vertragstaaten wirdDie Konvention als solche hat drei gleichrangige Ziele:-          Schutz der Biologischen Vielfalt

–          Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile

–         Zugangsregelung und gerechter Ausgleich von Vorteilen, welche aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen

 Die biologische Vielfalt oder Biodiversität im Besonderen umfasst dabei

–          die Vielfalt der Ökosysteme

–          Artenvielfalt und auch

–          genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten.

Bündnis90/Die Grünen wollen zu diesem Anlass Flagge zeigen, ganz besonders wenn Deutschland, bzw. Nordrhein-Westfalen Gastgeber dieser Konferenz ist. Das ergibt sich aus unserem Selbstverständnis. Wir sind die Partei der ökologischen Erneuerung und setzen uns seit je her wie keine andere für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, für eine nachhaltige, Ressourcen schonende Wirtschaftspolitik ein.

Am 12. 05. fand in Bonn eine zentrale Demonstration unter dem Motto „Für biologische Vielfalt – regional, fair, gentechnikfrei!“ statt. Auf dem Weg zum übergeordneten Ziel des Naturschutzes eröffnen sich viele verschiedene Konfliktfelder. Schutz der biologischen Vielfalt, Artenschutz kann nicht isoliert betrachtet werden. Er ist die Voraussetzung für eine umfassende, nachhaltige Umweltpolitik.

Artensterben und Naturzerstörung findet, wie es gängiges Klischee Glauben machen will, nicht nur in den Gebieten des tropischen Regenwaldes statt, Schätzungen zu Folge Lebensraum für 40 bis 60 % aller auf der Erde lebenden Arten und von ermesslicher Bedeutung als größte Apotheke der Welt und als grüne Lunge im CO2-Kreislauf. Allein im Dezember 2007 wurden in Brasilien fast 950 km2 tropischer Regenwald abgeholzt, dass entspricht einer Fläche von über 135.000 Fußballfeldern.

Die Zerstörung der Natur findet täglich auch bei uns vor der Haustür statt, der Artenschwund geht schleichend voran. Darum erklären wir heute symbolisch dieses schöne Stück Natur symbolisch zum „Erdeschutzgebiet“ erklären.

Der Naturschutz ist der schwarzgelben Landesregierung seit drei Jahren nur ein Dorn im Auge und hat damit Nordrhein-Westfalen zu einem denkbar schlechten Gastgeberland für den Weltnaturschutzgipfel gemacht. Genau an dieser Stelle wollen wir Grüne als Opposition im Landtag die Öffentlichkeit und natürlich auch die Landesregierung auf ihre naturschutzpolitischen Fehlleistungen hinweisen.

Darum sind wir Grünen Abgeordneten in NRW unterwegs ausgeschwärmt und wollen anzeigen, wie Prinzipien des Natur- und Artenschutzes in Verantwortung der Landesregierung mit Füßen getreten werden und biologische Vielfalt ganz konkret vor Ort bedroht ist.

Die Entwicklung der bedrohten Pflanzen- und Tierarten wird in Deutschland systematisch seit 1986 mit den Roten Listen dokumentiert. Jedes dieser Lebewesen ist funktioneller Teil eines Ökosystems. Im Schwarzbachtal existieren solche Ökosysteme miteinander verbunden. Hier kann man das Agieren der Politik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Artenschutz auf der einen Seite und wirtschaftlichen Interessen auf der anderen Seite sehr anschaulich darstellen.

Natur- und Artenschutz ist ein politisches Handlungsgebot, genauso es wie die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Modernisierung des Bildungswesen oder friedliche Lösung internationaler Konflikte sind. Natur- und Artenschutzpolitik kann man auf bessere oder auf schlechtere Weise machen. Die Planungen zum Ausbau der L239 durch das Schwarzbachtal zeigen beispielhaft, wie man es auf keinen Fall machen sollte.